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Samstag, 22. November 2014

EWIGHEIM - 24/7

Releasedatum: 21.11.2014
Formate: CD, Digipack + Bonussong (limitiert auf 2000 Exemplare), KKTH Digipack + Autogrammkarte & Patch (limitiert auf 100 Exemplare), EMP Version + Shirt
Massacre Records, Dark Metal/Industrial Rock, 10 Songs & 2 Videos (+1 Digipack Bonustrack)

Mit einer Woche Verspätung, durch Verzögerungen im Presswerk ist es nun doch endlich da. „24/7“, das Jubiläumsalbum der berühmt, berüchtigten Band Ewigheim. Da ich die KKTH Version bestellt hatte kommen mir aus dem Päckchen zunächst die Autogrammkarte und der Patch entgegen geflogen und ich muss zugeben, dass mir der Aufnäher wesentlich mehr zusagt als das Shirt von EMP, obwohl beide dasselbe Motiv tragen. Die Autogrammkarte leistet der aus der Nachruf KKTH Edition schon an meiner Wand gesellschaft. Zur Aufmachung des Albums an sich gibt es eigentlich nicht viel zu sagen, das Einbringen von orangefarbenen Akzenten, in der sonst (wie für Ewigheim typisch) in den Farben weiß, grau und schwarz gehaltenen Gestaltung, weiß durchaus zu gefallen. Lediglich ein paar Rechtschreibfehler im Booklet sowie die extrem hell gedruckten Lyrics fallen hier negativ auf.

„24/7“ ist in 3 Sektionen unterteilt. Die ersten 6 Songs sind neue, unveröffentlichte Stücke und ein Remake des Bandhits „Schneemann“ (Original auf der „Dürrer Mann“ Single veröffentlicht).
Den Anfang macht der künftige Livekracher „Tanz um dein Leben“, bei dem man sich je nach Laune entweder auf die tanzbare Musik oder auf den wie immer recht negativen Text konzentriert. „Nicht mehr“ schafft es dann dieses, von Ewigheim oft genutzte, Konzept noch weiter auf die Spitze zu treiben und ist mit seinem deutlicherem elektronischen Einschlag bisher, neben der neuen Bandhymne „24/7“, mein Favorit auf dem Album. Einzig „Wir, der Teufel & ich“ und „Gloria“ wirken mir zu sehr aufgeblasen, wobei letzteres mir doch etwas mehr zusagt. Die neue Version „Schneemann 2.1“ bietet insgesamt nur leichte Veränderungen gegenüber dem Original und klingt etwas sauberer oder gar steriler als die bekannte Fassung.
Die nächsten 5 Songs sind allesamt alte Ewigheim Songs, welche von Laibach, Sun of the Sleepless, Soko Friedhof, Neue Weltordnung (hinter der sich niemand geringeres als Martin Schirenc von Pungent Stench verbirgt) und Bluter (M. Roth von Eisregen) neu inszeniert wurden.
Insgesamt wirken die Coverversionen ruhiger und langsamer als die ursprünglichen Lieder, aber in „Heimwege“ welches von Laibach neu interpretiert wurde fallen immer wieder kleine elektronische „Highlights“ im Refrain auf. Sun of the Sleepless' Variante von „Der Tanz der Motten“ wirkt rein musikalisch gesehen schon fast düster-romantisch und Soko Friedhof legen in „Die Augen zu“ den Fokus mehr auf den Text. Neue Weltordnung bietet „Morgenrot“ in einer elektronisch sehr verspielten Form dar , während der Digipack Bonussong „Nachruf“ von Bluter phasenweise sehr technoid umgesetzt wurde.
Den Abschluss der CD bilden die beiden Videos „Dürrer Mann“ und „Heimweg“. Ersteres zeigt eine gelungene filmische Umsetzung der Lyrics und (was bei mir für ein leichtes Schmunzeln gesorgt hat) baut auch ganz unauffällig die Banddiskografie ins Video ein. Das Video zu „Heimweg“ existiert laut Bandaussagen (und deutlich erkennbar am Aussehen von Sänger Konstanz) schon etwas länger, hat es aber bisher nicht geschafft veröffentlicht zu werden, was ich sehr schade für dieses Werk finde.

Viel negatives kann man über diese gelungene Jubiläumsveröffentlichung nicht sagen. Der Stil der letzten beiden Alben wird konsequent weitergeführt und entwickelt und ich hoffe sehr das die aktuellen Veröffentlichungsphasen so noch weiter geführt werden und wir jedes Jahr eine neue Überraschung von Ewigheim bekommen. Für dieses Album gibt es jetzt erstmal 5 von 6 Punkten von mir, die Reise nach Ewigheim geht weiter.

Anspieltipps; „Tanz um dein Leben“, „Nicht mehr“, 24/7“, sowie sämtliche Coverversionen

Donnerstag, 20. November 2014

EWIGHEIM - NACHRUF

Releasedatum: 06.12.2013
Formate: CD, Digipack+Bonussong, KKTH Digipack+ Patch & Autogrammkarte, LP (schwarz oder weiß)
Massacre Records, Dark Metal, 10 Songs (+1 Digipack Bonus)

Nach 8 Jahren Abstinenz meldeten sich Ewigheim 2012 mit „Bereue nichts“ fulminant zurück, schon ein Jahr später erschien der würdige Nachfolger „Nachruf“ und für nächsten Monat steht schon die Jubiläumsveröffentlichung „24/7“ in den Startlöchern (da die CD an Freitag den 14.11. erscheinen wird gibt’s am Tag darauf direkt die Review dazu). Doch wer sind Ewigheim eigentlich? Yantit, bekannt als Schlagzeuger bei Eisregen, ist für die Texte, Gitarren, Programmierungen und die Artworks verantwortlich, Allen B. Konstanz von The Vision Bleak steuert den Gesang und das Schlagzeug bei und Schwadorf, ebenfalls bei The Vision Bleak, bringt sich an den Lead- und Akustik-Gitarren ein. Diese 3, die Stammformation von Ewigheim, werden auf Nachruf musikalisch von P. Haag, besser bekannt als West von Hämatom und Eisregen, am Bass, Frau N. Feind an der Violine und auf dem Bonustrack von M. Roth (Eisregen) unterstützt.

Die Songs kann man im allgemeinen als vertonte Todessehnsüchte bezeichnen, die sich aber in unterschiedlichen musikalischen Gewändern zeigen. So gibt es Songs mit stärkeren Elektronikeinschlag („Die Augen zu“, „Glück im Unglück“), balladenhafte Nummern („Am Meer“) und rockigere Stücke ( „Zwischen Menschen“). Nachdem man in „Zwischen Menschen“ frisch geboren und blutig in die Menschenmassen geworfen wurde, sich düsterromantisch in „Die Augen zu“ gegenseitig die Augen schließt, sich sehnsuchtsvoll Stück für Stück im Wald beerdigt („Heimweh“) und im Feuer von der Welt zur „Himmelfahrt“ verabschiedet, wird einem unmissverständlich klar gemacht: egal wie schön dein Leben wird, der Tod macht alles besser, deshalb lautet hier der Rat: „Wenn es am schönsten ist“ soll man gehen. Dazu gesellt sich mit „Ein Nachruf“ der Titeltrack, welcher gerade heutzutage, wenn jedem x-beliebigen C-Promi hinterhergetrauert wird und der einfache Mann, völlig unbeachtet von der Menschheit, allein stirbt, auf ebenjene Vergessenen aufmerksam macht und ihnen den verdienten Nachruf spendet. „Glück im Unglück“, welches schon vorab zu kleinen Teilen in einem Studioclip veröffentlicht wurde, belehrt uns schlussendlich noch, dass das Tier „Mensch“ den einzigen Vorteil hat, dass es sein eigenes Ende bestimmen kann. Für Besitzer des Digipacks oder der LP gibt es noch ein letztes Highlight, „Sanctum Imperium“, in welchem M. Roth und Allen B, Konstanz im Duett den Herzenswunsch aussprechen, nach dem eigenen Tod als Eiche für die verzweifelten Seelen Obdach zu spenden.

Egal wie angestreng man sucht, wirkliche Negativfaktoren findet man auf diesem Album (neben der leider recht kurzen Spielzeit) nicht. So verdient Nachruf 5 von 6 Punkten und vielleicht schafft es „24/7“ dem ganzen noch einen Schlag draufzusetzen.

Anspieltipps: „Die Augen zu“, „Am Meer“, „Heimweh“, „Ein Nachruf“, „Glück im Unglück“, „Sanctum Imperium“